Zeit…

Die Zeit vergeht viel zu schnell (das allein zeigt schon, wie lange mein letzter Beitrag her ist – worüber ich im übrigen sehr erschrocken bin).

Das haben auch einige Mieter erfahren dürfen. Deshalb ist es wichtig jeden Augenblick zu genießen und nicht bis zum Letzten zu waren…

Verseuchte Luft

Nach drei Jahren im Bereich der Wohnungswirtschaft dachte ich, dass es nichts mehr geben könnte, was mich „vom Hocker hauen“ könnte. Weit gefehlt!

Eine etwas ältere Dame rief die Tage bei ihrer Hausverwaltung an und beklagte sich, dass ihr Brot über Nacht völlig verschimmelt sei und man sofort dagegen etwas unternehmen müsse. Auf meine Frage, was denn die Wohnungsbaugesellschaft dagegen tun könnte meinte sie „Hier kann nur etwas mit der Luft nicht stimmen!“.

Ich: „Haben Sie denn Schimmel an den Wänden oder ist die Silikonverfugung schwarz in Ihrer Küche?“.
Mieterin: „Nein, aber wie soll ich das denn beurteilen können? Ich bin doch kein Fachmann!“.
Ich: „Sie werden doch wohl sehen können, ob sich bei Ihnen in den Wohnräumen irgendetwas verfärbt hat.“
Mieterin: „Kann ich nicht, ich bin nicht vom Fach.“

Als ich ihr erklärte, dass es vorkommen kann, dass Brot von heute auf morgen anfängt zu schimmeln und dies durchaus an der Art der Lagerung sowie Qualität liegen könne fragte sie mich tatsächlich „Und was machen Sie da?“. Was soll man da machen? Wegschmeißen und ein Neues kaufen. Sie bestand dennoch darauf, dass der Hausmeister vorbei kommt um sich das schimmelige Brot anzugucken.

Der falsche Schlüssel

„Ich komm nicht mehr in meine Wohnung rein!“

Wenn sich ein Mieter so meldet gibt es mehrere Möglichkeiten: Notöffnung, weil Gefahr im Verzug war oder Zwangsräumung.

Ich: „Haben Sie denn eine Vermutung, weswegen Sie nicht mehr in Ihre Wohnung reinkommen?“
Mieter: „Ja, Zwangsräumung. Bin mir aber nicht sicher, ob das heute gewesen ist. In der Wohnung liegen aber noch meine ganzen Papiere, Ausweisdokumente etc. pp. Ich muss da jetzt nochmal rein!“
Ich: „Jetzt um diese Zeit erreichen wir niemanden mehr…“
Mieter: „Das kann ja wohl nicht wahr sein! Sehen Sie gefälligst zu…“
Ich (ihm ins Wort gefallen): „Ich muss gar nichts! Hätten Sie Ihre Miete pünktlich bezahlt wäre es soweit nicht gekommen. Eine Zwangsräumung kommt ja nicht von heut auf morgen! Moment..ich versuche noch jemanden zu erreichen!“.
Ich: „Herr xxx? Leider habe ich niemanden erreichen können. Bitte wenden Sie sich morgen an Ihre Kundenbetreuung.“
Mieter: „Was für ein Saftladen! [rumgestotter] Dennoch danke…“ [aufgelegt]. (Anmerkung: Es waren mehr als 8 Monatsmieten offen)

Die Tage in der Wohnungswirtschaft sind für mich (von meiner Seite aus) gezählt. Nun gehts im Fernverkehrsbereich weiter und ich freu mich schon auf das, was mich dort erwartet. Ganz so spannend, wie es in der Vergangenheit war, wird es mit Sicherheit nicht :)

Zuviel Wind ist manchmal nicht gut…

Es gibt Tage, an denen man sich fragt „Was ist bloß mit den Leuten los?“. Meine Vermutung ist die, dass es vielleicht an den milden Temperaturen und dem starken Wind gelegen haben könnte, dass einige Mieter der Meinung waren, so „frei“ drehen zu müssen. Aber eins nach dem anderen:

    Das Waschhaus

Seit heute weiß ich, dass es Leute gibt, die solange die Wäsche horten, bis sie nichts mehr zum anziehen haben. Gut, gelegentlich gehöre ich auch dazu. Allerdings sollte man nach der Arbeit in der Lage sein, eine Maschine anzuschmeißen. Stattdessen rennt man am Wochenende durch sein Wohnviertel und tyrannisiert die Hausverwaltung, weil die Kapazität der eigenen Waschmaschine nicht ausreicht und man zum Waschhaus, welches (noch) von der Wohnungsbaugesellschaft zur Verfügung gestellt wird, rennen muss. Und wehe, dieses ist nicht geöffnet. Dann wird sofort beim Notdienst angerufen und minutenlang die Leitung für wirkliche Notfälle blockiert, weil man seinen Frust ablassen muss. Schließlich habe man nur an seinen freien Tagen als normale Angestellte Zeit um Wäsche zu waschen.

Schon klar…
Dem Mieter hätte ich zu gern den Tipp gegeben, sich nicht wegen jeder Kleinigkeit zu beschweren, weil man dann mehr Zeit für andere Dinge hätte…aber sowas darf man leider nicht.

    Der Sperrmüll

Mieter: „Es gibt doch noch diese Aktion, wo man über die Hausverwaltung einmal im Jahr den Sperrmüll kostenlos entsorgen lassen kann. Wann ist das denn?“
Ich: „Frau X, dieses wird schon seit einigen Jahren nicht mehr angeboten. Wenn Sie Ihren Sperrmüll entsorgen lassen möchten, müssten Sie entweder zum nächsten Wertstoffhof fahren oder beim örtlichen Entsorger die Abholung des Sperrmülls anmelden.“
Mieter: „Ich habe doch keinen Führerschein.“
Ich: „Dann rufen Sie bitte beim Entsorger an und lassen den Sperrmüll abholen.“
Mieter: „Aber ich habe doch noch drei Kinder! …“

Hier bin ich dem Mieter ins Wort gefallen. Das, was ich in diesem Moment gedacht habe (will man die Kinder gleich mitentsorgen???), wurde natürlich nicht ausgesprochen.

    „Mein Kind…“

Ich finde es unmöglich, dass man die eigenen Kinder immer wieder vorschiebt, weil man hofft, sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen. Sei es ein kalter Heizkörper im Schlafzimmer (die 3-Zimmer-Wohnung könnte ja auskühlen und das Kind sich erkälten), eine nicht funktionierende Steckdose in der Küche („Wie soll ich meinem Kind dann das Fläschchen warm machen?“) oder kein Wasser in der Küche („Ich kann doch dann nicht kochen.“). Den Vogel hat eine Mieterin abgeschossen, die mir weiß machen wollte, dass ihre Kinder verhungern müssten, weil der Heizkörper in der Küche nicht warm wird.

Natürlich sind das alles Dinge, die sofort im Notdienst erledigt werden müssen. Hierbei ist es den Meldenden auch völlig egal, ob bei anderen Mietern das Klo überläuft, die Decke runter kommt oder die Wohnung abbrennt. Die Steckdose, in die der Wasserkocher steckt, hat jetzt – SOFORT! – wieder zu funktionieren. Einige von denen werden sich in den kommenden Jahren noch umgucken…und wahrscheinlich kläglich untergehen, weil man nicht in der Lage ist, logisch zu denken und sich bei den einfachsten Dingen bis zum nächsten Werktag selbst zu behelfen.

In diesem Sinne….

Frohes Neues :-)

„Wir legen so lange die Arbeit nieder, bis die Streikkasse leer ist“…

…könnte man dem Vorsitzenden der GDL sowie deren Mitglieder angesichts der heutigen Streikankündigung in den Mund legen – und es würde passen.

In den vergangenen Wochen wurde die Deutsche Bahn schon mehrfach bestreikt, wie der eine oder andere schon am eigenen Leib spüren konnte. Man könnte sich fragen „Was soll das Ganze?“, wenn man sich die Historie von Anfang bis Ende betrachtet. Letztendlich wollen sowohl Arbeitgeberseite, als auch die GDL (und übrigens auch die EVG) eines: Einen einheitlichen Tarifvertrag für die jeweiligen Beschäftigungsgruppen, von denen es etliche bei der DB gibt. Die GDL will jedoch mehr!

Kommen wir mal zu den Fakten:

– die von der GDL abgeschlossenen Tarifverträge gelten für alle Lokführer, welche sowohl in der GDL als auch in einer anderen Gewerkschaft bzw. keiner Gewerkschaft sind
– die von der EVG angeschlossenen Tarifverträge gelten für alle anderen Berufsgruppen innerhalb des DB-Konzerns
– der von der GDL geforderten Tariferhöhung von 5% wurde seitens der DB im Gegenvorschlag entsprochen (zzgl. einer Einmalzahlung)

Was im Papier der DB jedoch nicht enthalten war ist, dass dies auch für die Mitglieder anderer Berufsgruppen (also Nicht-Lokführer), welche GDL-Mitglieder sind, gelten sollte.

Zum Verständnis, wenn dem die Deutsche Bahn zugestimmt hätte, hätten wir nun folgendes Szenario: Frau A., als Zugbegleiterin tätig im RE 1, Mitglied bei der GDL, würde zu wesentlich anderen Konditionen arbeiten als Frau B., Mitglied bei der EVG und ebenfalls als Zugbegleiterin auf der selben Strecke tätig. Selbe Tätigkeit – unterschiedliche Verträge. Was jedoch mit den Nicht-Gewerkschaftlern passiert, bleibt offen (Frage: Mitgliederfang?).

Nun frage ich mich:

Die GDL spricht immer von einer gerechten Tarifvertragsgestaltung für alle Berufsgruppen innerhalb der Deutschen Bahn. Wie soll das aber funktionieren, wenn man nicht bereit ist sich mit der EVG zusammen zu setzen, um einen einheitlichen Tarifvertrag auszuarbeiten? Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer wich dieser Frage bei einer Talkshow des Öfteren aus und gab auch abschließend keine vernünftige Antwort.

Hinzu kommt die Aussage, dass man ja nicht Rücksicht auf Ferien oder Feiertage nehmen könne, weil es ja sonst nie zum Streik käme. Als dies geäußert wurde, begannen/endeten in neun Bundesländern die Herbstferien und es kam an just diesem Wochenende zum Streik. Selbiges gilt auch für den 25. Jahrestag des Mauerfalls, wo wieder sehr viele Menschen unterwegs sind, um diesen Tag im gesamten Bundesgebiet zu feiern.

Auch wenn es seitens der GDL immer wieder verneint wird, dass es um Machtgehabe geht, wird mittlerweile auch der letzte Bundesbürger verstanden haben, dass die finanzielle Seite und die Belange aller Beschäftigten hier völlig in den Hintergrund gerät. Selbst die Politiker (das hat schon was zu heißen!) sowie Vertreter anderer Gewerkschaften finden dieses Vorgehen unmöglich.

Bis das auch die „hellen“ Köpfe bei der GDL begriffen haben, sind eher die Streikkassen leer. Solange sind die Leidtragenden diejenigen, die auf S-Bahn, Regional- und Fernverkehr angewiesen sind. Sollte dieses Vorgehen nicht sofort aufhören, sorgt die Politik in Form von Gesetzesänderungen dafür (Stimmen wurden ja schon laut). Damit würde eine einzige Gewerkschaft dafür sorgen, dass die Rechte aller anderen Gewerkschaften beschnitten werden. Aber auch das werden diese Leute nie begreifen…

Wäre ich Mitglied der GDL – allerspätestens jetzt würde ich austreten!

All denjenigen, die auf die DB angewiesen sind, wünsche ich, dass sie in den kommenden Tagen gut zu ihrem Zielort (und natürlich auch wieder zurück nach Hause) kommen. Allen anderen: Gute Nerven im Straßenverkehr.

Volle Kraft voraus?

Mit dem heutigen Tag begann die Heizsaison 2014/2015, was bedeutet, dass spätestens jetzt bei sämtlichen Hausverwaltungen die Heizungsanlagen wieder laufen sollten. Der Gesetzgeber nimmt hierbei keine Rücksicht auf die jeweiligen Witterungsverhältnisse. Ab dem 1. Oktober eines jeden Jahres muss geheizt werden können, was einige Mieter wieder dazu veranlasst, endlose Diskussionen führen zu müssen.

Um es vorweg zu nehmen: Ich finde diese Diskussionen, welche jedes Jahr aufs Neue geführt werden, einfach nur lästig. Hierbei muss erwähnt werden, dass betroffene Mieter genau wussten worauf sie sich einlassen, wenn sie in energetisch sanierte Gebäude ziehen. Auch über die „Einschnitte“ hinsichtlich der Raumtemperaturen wurde mehrfach informiert.

Mieter: „Wir haben heute den 1. Oktober und da muss lt. Gesetzgeber geheizt werden. Wieso sind meine Heizkörper immer noch kalt?“

Ich: „Wieviel Grad haben sie denn aktuell in ihren Räumen?“

Mieter: „21,5 Grad“

Ich: „Die Heizkörper werden erst warm, wenn die Zimmertemperatur unter 21 Grad sinkt. Das ist völlig normal, dass diese jetzt noch kalt sind.“

Mieter: „Aber ich hab ein krankes kleines Kind. Wenn es sich nachts umdreht und dann nicht mehr zugedeckt ist, muss es doch wenigstens warm im Zimmer sein. Immerhin kann es das doch nicht allein steuern, ob es sich wieder zudeckt.“ (Mein Gedanke: Selbst wenn es 30 Grad im Zimmer wären würde sich das Kind nicht mehr zudecken wollen.)

Mieter weiter: „Sie – also nicht Sie in Person, sondern die Wohnungsbaugesellschaft – wollen mir also vorschreiben, wie warm ich es in meiner Wohnung haben darf? Der Gesetzgeber schreibt schießlich vor, dass ich ab dem 1. Oktober so viel heizen darf wie ich möchte.“

Ich: „Während der Heizsaison darf die Temperatur eine gewisse Gradzahl nicht unterschreiten. Der Vermieter muss während der Heizsaison allgemein sicherstellen, dass in den Wohnräumen eine Temperatur von mindestens 20 Grad gewährleistet ist. Wir gehen hier noch einen Schritt weiter und sehen die ‚Wohlfühl-Temperatur‘ bei 21 Grad. Dennoch leite ich Ihr Anliegen gern weiter. Allerdings glaube ich nicht, und da bin ich ehrlich, dass sich anhand Ihrer Beschwerde etwas ändern wird, zumal in den zigtausend sanierten Wohnungen Ihrer Wohnungsbaugesellschaft so gehandhabt wird.“

Mieter: „Vielen Dank“

Den Wortlaut des Gesprächs musste ich etwas abändern, da ich ungern für bzw. gegen meine Geldgeber „Propaganda“ betreiben möchte (der Name der jeweiligen Hausverwaltung fiel während des Gesprächs nämlich sehr oft).

Unabhängig davon scheinen viele Leute momentan sehr frei zu drehen. Ob das wohl vom Wetter abhängt? Macht euch selbst ein Bild:

Mieter ruft an, weil er von der Ablesefirma in der Anrede mit „Frau“ angesprochen wurde anstatt mit „Herr“. Er vermutete hierbei, dass es zu Verwechslungen bei der Ablesung gekommen sein könnte. Während des Gesprächs erklärte er, dass seine Frau in einem anderen Stadtteil wohnt und er nicht ihre Heizkosten zahlen möchte. Ihm wurde erklärt, dass sich die Ablesefirma an dem Familiennamen sowie an der Anschrift orientiert und die falsche Anrede nur ein kleiner Fehler im System der Ablesefirma ist, welcher sich mit wenigen Mausklicks beheben lässt.

Ich: „Sie brauchen sich da also keine Gedanken machen, dass es diesbezüglich zu irgendwelchen Verwechslungen kommt.“

Mieter: „Sie wollen mir also unterstellen, dass ich mir das nur einbilde?“

Ich: „Das habe ich nicht gesagt.“

Mieter: „Warum sagen Sie dann sowas? Mir hat mal jemand gesagt, dass, sobald mir jemand sowas sagt, mir damit unterstellt wird, ich würde mir das nur einbilden. Das Redewendung ‚Machen Sie sich keine Gedanken‘ wäre eine indirekte Beleidigung.“

Ich: „Herr XYZ, ich weiß zwar nicht, woher Sie das haben. Allerdings habe ich schon etliche Kommunikationsschulungen durch um zu wissen, dass das Wort ‚Gedanken‘ bzw. der Wortlaut ‚Gedanken machen‘ nichts Schlechtes ist. Den Wortlaut können Sie auch ersetzen durch ‚Sie brauchen sich da auch keine Sorgen machen‘. Können Sie ‚Sorgen‘ mit ‚Einbildung‘ ersetzen?“

Mieter: „Nein.“

Ich: „Sehen Sie…“

Mieter: „Dann brauch ich jetzt nicht mehr bei Frau … (Anmerkung: von der Hausverwaltung) anrufen?“

Ich: „Nein. Rufen Sie lieber bei der Ablesefirma an, dass diese die zwei Mausklicks bzgl. der Anrede tätigt. Von uns werden Sie ja auch richtig angeschrieben, oder?“

Mieter: „Ja.“

Das Gespräch zog sich übrigens über fast 10 Minuten…dies war nur ein Auszug.

Zum Schluss noch die Krönung: Mieter ruft an und möchte den Hausmeister sprechen…

Mieter: „Bin ich jetzt im Stützpunkt?“

Ich: „Nein, Sie sind in der Zentrale.“

Mieter: „Aber ich wollte doch den Stützpunkt haben. Geben Sie mir doch mal Herrn … (den Hausmeister).“

Ich: „Den kann ich Ihnen leider nicht geben. Sie sind hier in der Zentrale. Wenn Sie Ihren Hausmeister angerufen haben und bei uns raus kommen, wird er wahrscheinlich gerade nicht erreichbar sein.“

Mieter: „Sie sitzen doch aber im Stützpunkt!?“

Ich: „Nein, ich sitze immer noch in der Telefonzentrale. Wie ich Ihnen schon sagte…“

Mieter: „Aber ich habe doch gerade den Stützpunkt angerufen!“

Ich dem Anrufer nochmal alles erklärt…

Mieter: „Sie brauchen mich nicht anlügen. Geben Sie mir jetzt Herrn…!“

Ich: „Ich lüge Sie nicht an. Ich weiß sehr wohl, dass ich nicht in der Berliner Straße (fiktiv) sitze. Wie ich schon sagte: Sie sind hier in der Telefonzentrale.“

Mieter: „Dann eben nicht! Verarschen können Sie jemand anderen!“ (Anrufer legte auf)

Ich liebe meinen Beruf und mach ihn sehr gern. Aber solche unnützen Diskussionen, die einem jede Menge Nerven rauben, braucht wirklich kein Mensch.

In diesem Sinne…euch ein schönes, verlängertes Wochenende :)

Nachts sind alle Katzen…verrückt?

Meine ersten Nachtschichten liegen hinter mir. Die vergangene hat jedoch alles bisher dagewesene bei Weitem übertroffen:

Wasserlos…

Erst gab’s ne hysterische Mieterin, vor der man mich allerdings schon gewarnt hat:

„Jetzt muss ich sterben, weil ich nichts essen und trinken kann!!!“
„Nur weil das Wasser mal 6 Stunden auf Grund einer Havarie im Haus abgestellt ist, werden Sie nicht gleich sterben. Der menschliche Körper kommt durchaus 6 Stunden und länger ohne Wasser aus.“.

Dann kamen die Stromlosen…

Stromlos, die 1.:

Mieterin A, 21.40 Uhr:
„Ich hab in meiner Wohnung keinen Strom, bei den anderen Nachbarn funktioniert er aber.“
„Haben Sie denn schonmal die Hauptsicherung im Keller überprüft?“
„Wie soll ich die denn überprüfen?“
„Indem Sie die vorhandene Sicherung im Keller durch eine neue Sicherung ersetzen.“
„Aber ich bin doch kein Fachmann. Ich weiß ja nicht mal, wo man sone Schraubsicherung herbekommt.“
„Wenn Sie sich beeilen, schaffen Sie es eventuell noch in den Fachmarkt, bevor dieser schließt. Oder Sie fragen einfach mal bei den Nachbarn, ob diese Ihnen bis morgen eine Sicherung leihen können.“
Und dann ging die übliche Leier wieder los:
„Ich zahle hier Miete und Sie haben dafür zu sorgen, dass ich Strom habe!“
„Frau A., Sicherungen, welche zum Stromkreis der Wohnung gehören, sind grundsätzlich Mietersache und gehören nicht in den Zuständigkeitsbereich der Hausverwaltung. Die Hausverwaltung wird nur dann tätig, wenn auszuschließen ist, dass alle Sicherungen und die angeschlossenen Endgeräte in Ordnung sind und der Fehler bei der Elektroinstallation der Wohnung wie z. B. Kurzschluss durch Kabelbrand etc. zu suchen ist.“

Frau A. verabschiedete sich mit den Worten „Gut, dann werde ich mal gucken, was ich da jetzt machen kann.“

Lebensgefährte von Mieterin A., 21.50 Uhr:
„Meine Freundin hat gerade angerufen und Ihnen mitgeteilt, dass wir keinen Strom haben.“
„Berliner Straße 1 (fiktiv), Frau A.?“
„Ja, genau. Und was gedenken Sie jetzt zu tun?“
Natürlich erklärt man dem Freund alles gern noch einmal, was man ihr vorher schon erzählt hat.
„Verstehe ich es richtig, dass Sie jetzt deswegen jetzt nicht rausfahren wollen?“
„Herr …, ich fahre nirgendwo hin. Wenn, dann beauftragen wir in Notfällen sofort eine Firma. Wie ich Ihnen aber schon erklärte, sind Sicherungen Mietersache.“
„Sie können und wollen uns also nicht helfen. Sehe ich das richtig?!“
„Herr …, ich wiederhole mich nur ungern. Ich kann Ihnen aber gern eine Elektrofirma vorbeischicken, um eine Schraubsicherung zu wechseln. Die Kosten müssten Sie dann allerdings tragen.“
„Und was kostet das?“
„Das kann ich Ihnen nicht sagen. Der Hausverwaltung liegen die Preislisten für private Notdiensteinsätze der jeweiligen Firmen nicht vor.“
„Wieso können Sie mir nicht sagen, was so ein Einsatz eines Elektrikers kostet?!“
„Weil uns diese Informationen nicht vorliegen, zumal… (der „freundliche“ Herr fiel mir ins Wort)“
„Sie wollen nicht! Sie wissen nichts! Schönen Abend noch!“

Tja…so wurde man mal eben als faul und dumm abgestempelt. Hat doch was…

Stromlos, die 2.:

Mieterin B, 21.55 Uhr:
„Ich wohne Berliner Straße 1 (immer noch fiktiv) und habe auf einmal in der ganzen Wohnung keinen Strom mehr.“
„Die Beleuchtung im Treppenhaus funktioniert noch?“
„Ja, und die Nachbarn nebenan haben auch Strom.“ (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.)
„Frau B., ich finde es schon etwas seltsam. Vor ein paar Minuten rief mich eine Nachbarin von Ihnen an und schilderte mir genau das selbe Problem. Allerdings hatte sie keine Ersatzsicherung für den Hauptsicherungskasten.“
„Ich war auch schon unten im Keller, aber so eine große Sicherung habe ich leider nicht. Da lag aber eine ausgeschraubte Sicherung auf dem Sicherungskasten. Und bei mir ist keine mehr drin.“

Habe mich dann erstmal rückversichert, ob ich den Namen der jeweiligen Mieterin, welche das selbe Problem hatte, rausgeben darf.

„Frau B., vielleicht sollten Sie mal bei Frau A. klingeln und dort nachfragen. Es würde mich wundern, wenn auf einmal alle Hauptsicherungen bei Ihnen im Haus auslösen.“

Wie ich dann einige Momente später mitbekommen habe, ging Frau B. tatsächlich zur Nachbarin. Der Lebensgefährte von Frau A. rief nämlich wieder an und machte mich zur Sau, wie ich denn dazu käme der Mieterin zu erzählen, man hätte ihr die Sicherung geklaut. Er wäre extra zu seinem Schwager gefahren, um solch eine Sicherung zu besorgen (innerhalb von ein paar Minuten???). Habe ihm dann auch erklärt, dass ich es sehr merkwürdig finde, dass kurz nach dem Telefonat eine Nachbarin bei ihrer Hausverwaltung anruft und genau das selbe schildert, wie seine Freundin eingehens. Er faselte irgendwas von „Verleumdung“ etc. Irgendwann habe ich aufgelegt mit den Worten „Ich habe es zur Kenntnis genommen und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend. Auf Wiederhören!“. Ich sage nur „Getroffene Hunde bellen“ – offensichtlicher als das, was da abgelaufen ist, geht es ja nun nicht mehr.

Die „Doofe“ war dann natürlich Mieterin B, die nun die ganze Nacht keinen Strom hatte, was mir persönlich sehr leid tat.

Wie ich im Nachhinein erfahren habe, gehört Sicherungsklau in einigen Gegenden zum Alltag. Traurig…ganz traurig!

Die Krönung…

Morgens, gegen 3.40 Uhr:

„Ich wollte mal wissen, ob Sie Informationen zu dem Flugzeug haben, was verschwunden ist.“
„…“ (da fehlten mir anfangs echt die Worte) „…äh…Sie sind hier bei xxx, einer Hausverwaltung.“
„Darum ruf‘ ich Sie ja an. Haben Sie Informationen?“
„Nein, Informationen dazu habe ich nicht, zumal eine Hausverwaltung sicherlich nicht der richtige Ansprechpartner dafür ist.“
„Aber Sie gucken doch Nachrichten, oder?“
„Ja, aber bestimmt nicht auf Arbeit. Ich kann Ihnen da wirklich nicht weiterhelfen.“
Der Anrufer verabschiedete sich im Anschluss freundlich.

Hä? Was war das denn?

Ich habe ja, über einen normalen Arbeitstag, schon vieles erlebt. Aber so gebündelt…einfach nur ohne Worte.

Nun geht’s für mich ins Bett. Die nächste Nachtschicht wartet schon :)

Freie Meinungsäußerung? Auf nimmer Wiedersehen!

Lange habe ich überlegt, ob ich etwas darüber schreiben sollte.

Da ich weder Nazi bin, noch der rechten Szene angehöre und Parteien, die gegen Andersdenkende/Homosexuelle/Ausländer sind, verabscheue, habe ich mich für diesen Beitrag entschieden. Dies vorab zur Information!

Sehr oft (eigentlich zu oft) habe ich es erlebt, dass man 69 Jahre nach Kriegsende immer noch als Deutscher verurteilt wird. Dabei spielt die sexuelle Orientierung geschweige denn Parteizugehörigkeit keine Rolle. Man wird gefragt „Bist du Deutscher?“ und sobald man diese Frage mit „Ja“ beantwortet, bekommt man (teilweise) den Hass – in welcher Form auch immer – der heutigen Jugend (hier geboren aber ausländische Wurzeln) sofort zu spüren.

Im Callcenter-Geschäft kommt dies auch leider sehr häufig vor. Allein die Äußerung „WIR leben hier in Deutschland und da gelten hinsichtlich der Technik andere Standards als in anderen Ländern“, (was ja nicht mal gelogen ist…man denke nur mal an die Supermacht USA) veranlasst den einen oder anderen Anrufer dazu, den Callcenter-Mitarbeiter als „Nazi-Schwein“ zu bezeichnen.

Seltsamerweise halten sich auch Personen, deren Wurzeln in Deutschland liegen, mit derartigen Äußerungen nicht zurück.

Ein Bayer in Berlin:

Der Mieter beschwerte sich, dass die Ablesefirma sich weigerte, den von ihm eingebauten Spiegel zu entfernen. Man wäre so nicht in der Lage die Wasseruhren auszutauschen.

„Sie müssen schon dafür sorgen, dass die beauftragte Firma Zugang zu den Vorrichtungen hat. Dies wurde Ihnen ja auch so angekündigt.“ versuchte ich ihm zu erkläen.
„Ich muss gar nichts! Bezahle ich Sie oder Sie mich!? Wenn die sich hier ankündigen, dann haben die gefälligst auch die Arbeiten auszuführen, die angekündigt wurden!“.

Nette Zeitgenossen klingen anders…

Nach einer ausführlichen Erklärung einschließlich weiterer Einwände des Mieters eskalierte er: „Hier in Berlin…ihr seid doch alles nur Kommunistenschweine und Nazis…nur auf die Kohle aus. Ihr seid doch alle bei der Stasi…“

Ja, nee…is klar…

Mich ärgert es, dass man heutzutage in Deutschland als Deutscher sehr genau auf die Wortwahl achten muss, ohne sofort in irgendeine Ecke gestellt zu werden. Bei Ausländern (oh…ist das jetzt auch schon wieder rassitisch? Irgendein Verein wird das schon als solches darstellen und entsprechend vors Gericht ziehen.) ist das ganz extrem. Vor allem die, die sich mit der Geschichte überhaupt nicht auskennen, drehen völlig ab. Umso weiter die Geschichte zurück liegt, desto schlimmer wird es…seltsamerweise. Und seltsamerweise sind das auch diejenigen, die gegen Homosexuelle und Andersgläubige sind. Kennt man doch irgendwoher… Ganz großes Kino!

Wer sich hierzulande integrieren und an die Gesetze halten will, tut dies ohne weitere Millionenförderungen durch den Staat. Kein anderes Land der Welt „bezuschusst“ Migranten so wie Deutschland – wobei dem deutschen Staat völlig egal zu sein scheint, was für eine Einstellung der Einwandernde hat.

Nachtrag: Mit diesem Beitrag schere ich nicht alle über einen Kamm. Hier erzähle ich nur von dem, was ich selbst Tag für Tag erlebe. Ich kenne auch viele liebenswerte Menschen, welche aus dem Ausland kamen und sich hier integriert haben (ob mit Kopftuch oder ohne). Denen ist es egal, wie man lebt oder woran man glaubt. Die Persönlichkeit zählt und nichts anderes…

Und genau das würde ich mir von all denen wünschen, die immer noch anderer Meinung sind…

Grundlage für diesen Beitrag war folgender Artikel, wobei ich diese Rechtsprechung alles andere als befürworte!

http://www.focus.de/panorama/welt/nazi-gruss-erlaubt-oberstes-gericht-schweizer-duerfen-hitlergruss-zeigen_id_3863089.html?fbc=fb-shares

Grün, grüner, Berlin???

In Berlin durfte man heute über zwei Dinge abstimmen: Zum Einen über die Randbebauung des Tempelhofer Feldes (Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof) und natürlich gab es noch einen Wahlzettel für das Europäische Parlament.

Widmen wir uns aber nun, zu Zeiten des in Berlin immer knapper werdenen Wohnraums, dem ersten Thema:

Das Abstimmungsergebnis (es soll keine Randbebauung des Tempelhofer Feldes stattfinden) überrascht mich doch sehr! Jeder beklagt sich über steigende Mieten. Bei einem Wohnungsleerstand von 2,3% bei den 143 Berliner Mitgliedsunternehmen des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (kurz BBU) wundert es mich nicht, dass die Mieten immer mehr in die Höhe schnellen.

Jeder, der einmal Wirtschaftslehre hatte, wird wissen, dass bei einem geringen Angebot der Preis steigt. So nun auch in Berlin.

Bezahlbare Miete?

Mittlerweile ist es für jemanden, der einen monatlichen Verdienst von 1100,- bis 1300,- Euro netto vorweisen kann, schon schwierig, eine vernünftige Wohnung zu finden, ohne in einem „Ghetto“ zu landen. Da zählt es nicht mehr, ob man eine Vollzeitstelle mit Unbefristung (und womöglich noch bei einem Landesunternehmen angestellt ist) hat. Es zählt das, was auf dem Lohnzettel steht.

Bebauungsflächen?

Ein Großteil der Berliner ist dafür, neuen Wohnraum zu schaffen, damit die Mieten bezahlbar bleiben. Allerdings sollte dies nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft geschehen. Dennoch werden nach und nach Baulücken (überwiegend entstanden durch Abriss von Ruinen oder Garagenstellplätze) geschlossen. Allerdings sind solche „Lückenfüller“ auf den Quadratmeter umgerechnet kostenintensiver, für die kommunalen Wohnungsunternehmen unattraktiv und damit für Otto-Normalverdiener nicht bezahlbar. Stattdessen entstehen dort Luxus-Eigentumswohnungen. Sowas beobachte ich hier nur noch in meiner Gegend. Und viele leere Flächen hat Berlin nicht mehr.

„Erholungsflächen“ erhalten?

Ich persönlich bin schon dafür, dass Erholungsflächen erhalten werden sollten. Berlin ist eine der grünsten Städte Europas (wenn nicht, sogar die grünste Stadt). Der Flughafen Tempelhof war 85 Jahre lang ein Abreise- und Ankunftsort für viele Millionen Menschen. Nicht zu vergessen sei die legendäre Luftbrücke nach dem Mauerbau.

Wie das nachfolgende Bild zeigt, sah der Entwurf des Berliner Senats vor, einen Großteil des Geländes als Erholungsort für alle Berliner und deren Gäste einschließlich der Landebahnen als Denkmal zu erhalten. Nun muss das gesamte (Flughafen-)Gelände (als Grünfläche) entsprechend umgestaltet und über Jahre hinweg für viel Geld gepflegt werden.

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(Quelle: Berliner Senat)

Fazit: Schade, dass es mit der Randbebauung des Tempelhofer Feldes, welche zum Großteil durch die städtischen Wohnungsunternehmen stattgefunden hätte und die Mieten damit einigermaßen bezahlbar gewesen wären, nicht klappen wird. Ein überwiegender Teil der Fläche wäre trotz Bebauung Grünanlage geblieben.

Nun bin ich auf die Abstimmungsergebnisse aus den einzelnen Bezirken gespannt. Die Besserverdiener werden auch entsprechend abgestimmt haben.

Und ich bin mir sicher, dass die selben Leute, die diese Abstimmung initiiert haben, im nächsten Jahr wegen der steigenden Mieten auf die Straße gehen werden. Warten wir es ab. Es bleibt spannend…

…und in der obersten Etage brennt noch Licht!

„Strom“ ist ein tolles Thema :)

Wie bereits berichtet, gibt es die „großen“ Stromausfälle, bei denen ganze Stadtteile betroffen sind. Heute widmen wir uns mal den „kleinen“ Stromausfällen, wo nur ein oder zwei Häuser im Dunkeln sitzen.

Wenn nur einzelne Häuser keinen Strom mehr haben, kann dies mehrere Gründe haben: Entweder hat jemand im Keller gezündelt, so dass die ganze Elektrik in Mitleidenschaft gezogen wurde. (Bei Löscharbeiten wird auch sehr gern der Strom abgestellt). Oder ein liebenswerter Nachbar hat bei Bohrungen eine Leitung getroffen, die den Rest des Hauses versorgt, wobei man sich hier durchaus die Frage stellen darf, wie er/sie das überlebt hat. Natürlich gibt es noch weitere Gründe (Blitzschlag, Rechnung nicht bezahlt etc pp) – auf die will ich hier aber nicht weiter eingehen.

Bleiben wir beim erstgenannten Grund…Brandstiftung.
Vor einiger Zeit brannte es in einem Berliner Wohngebäude. Bei diesem Brand verschmorten die Hauptleitungen des Hauses, weswegen keine einzige Wohnung mehr über Strom verfügte.
Die vor Ort anwesenden Personen staunten nicht schlecht, dass trotz gekappter Stromversorgung in der obersten Etage dennoch Licht brannte. Untersuchungen ergaben, dass der Mieter seinen Strom über das angrenzende Wohnhaus bezog, da ihm die eigene Stromzufuhr wegen offener Rechnungen durch den Energieversorger gesperrt wurde.

Was aus ihm – dem Mieter – geworden ist, weiß niemand. Auf jeden Fall hat er es geschickt angestellt :)

Jedem geht irgendwann mal ein Licht auf…

Lange war es ruhig an dieser Stelle. Dies liegt allerdings nur daran, dass sich in der Vergangenheit nichts Großes mehr ereignet hat, über das man hätte berichten können.

In den letzten Tagen war es dann aber endlich wieder soweit…die Betonung liegt auf „endlich“.

Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ereignete sich vor zwei Tagen ein größerer Stromausfall. Natürlich haben viele wieder bei der Hausverwaltung angerufen und gefragt, warum im ganzen Haus kein Strom mehr vorhanden ist. Ein Blick auf die Straße hätte des Rätsels Lösung gebracht, da auch die Straßenbeleuchtung ausgefallen war.

Leider war dies in den letzten Monaten kein Einzelfall (die Objekte der Hausverwaltung sind fast im ganzen Stadtgebiet verteilt) und so gab es den einen oder anderen Mieter, der innerhalb von einer halben Stunde mehrfach anrief. Ihm (bzw. ihr) wurde mehrfach erklärt, dass die Wohnungsbaugesellschaft für den stadtteilweiten Stromausfall nichts kann, sondern der Grundversorger dafür zuständig ist und dieser an der Behebung des Schadens bereits arbeitet. Keine zehn Minuten später:

„Ich habe schon mehrfach angerufen und Ihre Kollegen haben mir gesagt, sie werden sich darum kümmern. Und ich habe Ihrer Kollegin, mit der ich zuletzt gesprochen habe, gesagt, dass mein Kühlschrank auch nicht funktioniert.“ (Wäre ja ein Wunder, wenn der bei nem Stromausfall noch laufen würde) „Meine ganzen Lebensmittel werden doch schlecht!“

Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen: „Solange Sie nicht alle paar Minuten Ihren Kühlschrank öffnen um nachzuschauen, ob der Strom wieder da ist, bleibt die Temperatur in dem Gerät auf dem Niveau, dass die darin enthaltenen Lebensmittel nicht vor Ablauf des darauf abgedruckten Haltbarkeitsdatum schlecht werden. Ein Kühlschrank ist so konzipiert, dass ein Stromausfall von bis zu 8 Stunden durchaus überbrückt werden kann.“ Danach war Funkstille…Man(n)/Frau hat sich nur noch bedankt und danach nicht wieder angerufen.

Aber wie komme ich eigentlich auf die Überschrift? Ganz einfach:

Nach nunmehr acht Jahren, die ich nun in dieser Wohnung wohne, gab es in der letzten Nacht auch bei mir einen Stromausfall. Vielleicht kennt jemand von euch diese lustigen LED-Glühbirnen, die ihre Farbe wechseln und via Fernbedienung steuerbar und auch ausschaltbar sind. Solch eine habe ich auch im Schlafzimmer.

Vergangene Nacht war es so, dass gegen 2:30 Uhr dieses Leuchtmittel anging und ein weiteres Gerät seinen Dienst begann. Dies holte mich aus meinen leichten Schlaf und ich dachte mir „Das kann doch nur ein vorheriger Stromausfall gewesen sein.“. Licht ausgemacht (natürlich wieder via Fernbedienung), auf die andere Seite gedreht und weiter geschlafen.

Ein Blick in die Datenbank heute auf Arbeit bestätigte meine Vermutung: Es gab einen großflächigen Stromausfall, der auch mich betraf.

Nein, ich werde meine Hausverwaltung nicht wegen dem einstündigen Stromausfall verklagen.

Warum schreib ich das?

Es gibt sooo viele Dinge, weswegen die städtischen Wohnungsbaugesellschaften außerhalb der Bürozeiten kontaktiert werden: Sei es beispielsweise Ruhestörung nach 22 Uhr (Polizei rufen! Lärmprotokoll schreiben!) oder grillen im Hof (vielleicht schnappt man sich ne Wurst und setzt sich einfach dazu? Soll das soziale Verhältnis innerhalb der Nachbarschaft fördern – hab ich gehört! In extremen Fällen auf die Hausordnung verweisen!). Oder einfach mal die Augen aufmachen, wenn auf einmal der Strom weg ist.

Sollte der Strom zwischen 7 und 20 Uhr auf einmal nur in der eigenen Wohnung weg sein: Energieversorger kontaktieren und nachfragen, ob wirklich ALLE Rechnungen bezahlt sind (in 80% der Fälle waren dann die Rechnungen nämlich nicht bezahlt und der Mieter bleibt auf den Kosten für den Einsatz der durch die Hausverwaltung beauftragten Firma – neben den Kosten für die Stromabschaltung durch den Energieversorger – sitzen).

In diesem Sinne: Wer auf seine Nebenkosten bedacht ist, sollte etwas mehr Eigeninitiative zeigen. Jeder Anruf bei der Hausverwaltung und den dadurch ausgelösten Einsatz der jeweiligen Firmen kostet der Hausverwaltung Geld, was sich wiederum auf die Betriebskosten auswirkt.

„Inkompetent“ und „faul“…sowas hat man nicht alle Tage!

Der Tag fing so gut an:

Jede Menge freundliche Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung, die ihre Mängel angezeigt haben. Auch gab es einige, die nachgefragt haben, was aus dem Auftrag vom Vortag (u. a. war wieder ein tropfender Wasserhahn mit dabei) nun geworden ist. Allerdings gaben sich diese Mieter auch mit meiner Antwort zufrieden, dass dies kein Notfall ist und man sich noch bei ihnen melden wird.

Der Tag wäre soooo schön geworden, wenn…

Ja, wenn da nicht einige Mieter der Meinung gewesen wären, mich mit „Komplimenten“ überhäufen zu müssen.

Mieterin A meldete sich und sagte, dass sie vor drei Tagen ein defektes Thermostatventil (das sind die Dinger oben an der Heizung, die man drehen kann) am Heizkörper gemeldet hat. Man hätte ihr am Montag gesagt, dass es bis zu 14 Tage dauern könnte, bis der Mangel behoben wird.

Mieterin: „Jetzt heizt das Ding, ohne dass ich es will und schließlich bin ich ja diejenige, die im Anschluss die Kosten tragen muss.“

Ich versuchte ihr zu erklären, dass die Sanierungsarbeiten an ihrem Wohnhaus gerade abgeschlossen wurden und jede Sanierungsfirma eine Garantie auf die eingebauten Geräte zu geben hat (Gewährleistung). Sofern während eines bestimmten Zeitraums Mängel auftreten, hat die Sanierungsfirma dafür zu haften und dass der Pfusch durch die Firmen im Sinne der Mieter nicht zu Lasten der Wohnungsbaugesellschaft gehen kann (letztendlich müssten in solch einem Fall die Mieter indirekt über die Miete die Kosten tragen).

Hat sie nicht verstanden:

„Wofür bekommen Sie eigentlich Ihr Geld? Wenn Sie (sie sprach mich direkt an) schon nichts machen, kann ich ja gleich mein Geld zum Fenster raus werfen!“
„Frau A., die Kollegin hat den Vorgang bereits weitergegeben und wie Ihnen Ihre Kundenbetreuerin bereits erklärt hat, können diese Gewährleistungsansprüche etwas dauern. Sie können gern mit Ihrer Kundenbetr…“
„Ach hören Sie mir doch damit auf! Die macht doch auch nichts!“ (wenn die Mieterin wüsste!) „Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede! Früher war ich auch mal arbeiten. Da hat man nicht einfach so das Geld in den Allerwertesten gebl…“
„Frau A., ich habe Ihnen bereits alles erklärt. Und ich denke nicht, dass ich hier 40 Stunden pro Woche sitze, um nichts zu tun. Da kann ich auch gleich zu Hause bleiben. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!“ *klick*

Nach zwei, drei netten Telefonaten kam Mieterin B:

„Sprech ich da mit Herrn XYZ?“
„Nein, Sie sind hier in der Zentrale und mein Name ist… Sie wollten zu Herrn XYZ? Welche Nummer haben Sie denn gewählt?“
„Ich habe jetzt unter drei verschiedenen Nummern versucht irgendjemanden zu erreichen und niemand geht ran.“
„Welche Nummern haben sie denn gewählt?“
Mieterin nannte mir die (Festnetz-) Durchwahlen.
„Frau B., auf den Festnetznummern erreichen Sie um diese Zeit niemanden. Sie müssen Ihren Hausmeister auf dem Handy anrufen. Der ist…“
„Ich habe den immer unter dieser Nummer erreicht…auch tagsüber!“
„Dennoch sind alle Hausmeister jetzt in den Objekten unterwegs und nur auf Handy erreichbar.“
„Da habe ich doch angerufen.“
„Die Nummern, die Sie gerade gewählt haben, das sind Festnetz…“
„Ich merke schon…Sie sind nicht kompetent. Ich versuch’s nochmal.“

Das war heute mein absoluter Höhepunkt in meiner Service-Center-„Karriere“ :)